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E-Commerce SEO: Umgang mit ausverkauften Produkten

Gerade Onlinehändler, die vom klassischen Katalogversand kommen, haben strikte Sortimentswechsel. Diese Wechsel des Sortiments bzw. Teilsortiments können zu einem erheblichen Rankingverlust führen, wenn Produkte einfach im Shop deaktiviert werden.

Als Shop-Betreiber muss man sich somit die Frage stellen, wie man mit Produkten umgeht, die zum Saisonende ganz aus dem Shop gehen, Lieferprobleme haben oder von denen es – in der nächsten Saison – vielleicht nur noch einen Nachfolger gibt. In diesem Beitrag wollen wir unterschiedliche Szenarien aufzeigen und Best Practice Beispiele erörtern, wie im jeweiligen Fall mit nicht mehr verfügbaren Produkten im Online-Shop umgegangen werden sollte, um keine Rankings zu verlieren.

Definition typischer Szenarien

Um SEO Best Practice Beispiele für den Umgang mit nicht verfügbaren Produkten im Shop aufzuzeigen, gilt es im ersten Schritt, typische Anwendungsfälle zu selektieren. Hierbei muss zwischen temporär und permanent nicht verfügbaren Produkten unterschieden werden.

temporäre Nichtverfügbarkeit
Unter temporär nicht verfügbaren Produkten lassen sich solche Fälle clustern, bei denen das Produkt für eine bestimmte Zeit im Online-Shop “deaktiv” ist. Typischerweise betrifft das solche Produkte, die out of stock sind aber  jederzeit wieder Bestand haben können. Zum Beispiel durch:
– eintreffende Retouren
– Nachlieferungen
– Umlagerungen (Filiale > Online-Shop)

permanente Nichtverfügbarkeit
Bei permanent nicht verfügbaren Produkten ist der Artikel im Online-Shop nicht weiter verfügbar. Zum Beispiel wenn das Produkt:
– ausverkauft ist und nicht nachversorgt/nachgeliefert wird
– umgelagert wird (Online-Shop > Filiale)
– aufgrund von Qualitätsmängeln aus dem Shop geht

Best Practice im Umgang mit ausverkauften Produkten

Auf Grundlage der zuvor selektierten Fälle wollen wir zwei Varianten aufzeigen, wie man mit ausverkauften Produkten im Online-Shop am besten umgehen kann.

Bei Produkten, die temporär nicht mehr verfügbar sind, sollte der Buy-Button auf der PDS ausgegraut und dem Endkunden deutlich sichtbar gemacht werden, dass das Produkt im Moment nicht zu verkaufen ist. Nützlich ist es, auf der PDS eine Alert-Funktion zu integrieren, über die sich die am Produkt interessierten Kunden nach Eingabe ihrer E-Mail-Adresse benachrichtigen lassen können, sobald das Produkt wieder verfügbar ist. Bei einer temporären Nichtverfügbarkeit bleibt das Produkt natürlich weiterhin indexiert (index;follow). Wenn es kein konkretes Lieferdatum gibt, sollte das Produkt aus allen Links im Shop herausgenommen werden (Produkt-Liste, Footer/Header-Links).

Gibt es ein konkretes Lieferdatum, kann das Produkt weiter im Shop verlinkt bleiben. Allerdings sollte auf der Kat.-Seite auch die momentane Nichtverfügbarkeit aufgezeigt werden, um dem Kunden den “Klick” auf die PDS zu ersparen.

Bei permanenter Nichtverfügbarkeit hingegen (also wenn das Produkt dauerhaft ausverkauft ist), sollte mit dem Statuscode 404 erkennbar gemacht werden, dass die URL nicht mehr existiert. Auch ein 410 Statuscode ist denkbar (bzw. auch zu empfehlen), da dann das Produkt binnen 24 Stunden aus dem Index geht; allerdings gehört das Setzen eines 410-Statuscodes meist nicht zum Shop-Standard, wodurch Entwicklungsaufwände verursacht werden.

Gibt es bei einer permanenten Nichtverfügbarkeit ein Nachfolgeprodukt, sollte eine 301-Weiterleitung auf dieses Produkt gesetzt werden, um die Linkkraft mitzunehmen.

Neben dieser Basis-Variante wollen wir auch noch ein aufwändigeres Szenario darlegen, welches ähnlich gut funktioniert, allerdings – auf Grundlage definierter Zeiträume und prozessualer Abfolgen – das Thema “SEO bei nicht verfügbaren Produkten” noch individueller gestalten lässt.

Bei dieser zweiten Variante bleibt ein nicht verfügbares Produkt zunächst indexiert. Hinter diesem Status der Nichtverfügbarkeit liegt allerdings ein vordefinierter Zeitraum von (zum Beispiel) 30 Tagen, in denen das Produkt “nachversorgt” werden kann, ohne dass sich am Status (index,follow) etwas ändert.

Wenn allerdings dieser Zeitraum der Nichtverfügbarkeit endet (also die definierten 30 Tage vorbei sind) und das Produkt in diesem Zeitraum nicht nachversorgt wurde, befindet sich das Produkt im Status der permanenten Nichtverfügbarkeit (d.h. der vordefinierte Zeitraum der temporären Nichtverfügbarkeit endet, der vordefinierte Zeitraum der permanenten Nichtverfügbarkeit tritt ein). Durch diese Änderung des Produkt-Status ändern sich die Robots Meta-Angaben auf noindex, follow. Dieser Zeitraum kann zum Beispiel auf sieben Tage definiert werden.

Nach Ablauf des vordefinierten Zeitraums der permanenten Nichtverfügbarkeit von bspw. sieben Tagen wird das Produkt entweder wieder verfügbar (Änderung im Indexierungsstatus zu index, follow) oder es bleibt weiterhin nicht verfügbar (Änderung der Server-Antwort zu 410, Verlinkungen zum Produkt werden entfernt).

Empfehlung von Google

Matt Cutts gibt in einem Google Webmaster Video Tipps zu diesem Thema und unterscheidet dabei zwischen kleinen, mittleren und großen Webseiten, die wie folgt definiert werden: Kleine Shops sind solche mit einer zweistelligen Anzahl an Produkten bzw. Produktseiten. Mittlere Seiten besitzen mehrere Tausend Produktangebote und große Shops Hunderttausende davon.

Nach der Empfehlung von Google sollten kleine Shops auf ähnliche Produkte verlinken, sollte ein Produkt nicht verfügbar sein. Damit wird einerseits deutlich, dass das Produkt prinzipiell, jedoch nicht momentan, angeboten wird, es aber gleichzeitig ähnliche Produkte gibt, die sofort verfügbar sind.

Mittleren Shops rät Cutts das Schalten einer 404-Seite, sollte ein Produkt nicht mehr verfügbar sein. Allerdings nur, wenn kein neues Lieferdatum bekannt ist. Wenn abzusehen ist, wann ein Produkt wieder lieferbar ist, sollten die Nutzer auf der entsprechenden Produktseite über dieses Lieferdatum informiert werden.

Große Online-Shops sollten im Voraus auf den Produktseiten ein Ablaufdatum per Meta-Tag definieren. Dieses Tag mit dem Namen “unavailable_after” zeigt an, bis wann ein Produkt verfügbar ist. Google behandelt dieses Tag wie einen Löschantrag für die Seite: Ungefähr einen Tag nach Ablauf dieses Datums wird die Seite aus den Suchergebnissen verschwinden.

 


Das in diesem Beitrag verwendete Beitragsbild ist der Fotodatenbank von Pixabay.com entnommen. Damit fällt das genutzte Bild unter die Creative Commons Zero (CC0) Lizenz und kann somit frei genutzt werden. Die Quellen der anderen in diesem Beitrag verwendeten Bilder sind entsprechend als Bildunterschift am jeweiligen Bild aufgeführt oder sind eigens von mir erstellte Screenshots.

Benedict Hilligweg

Als E-Commerce Berater bin ich seit Jahren auf Agentur- und Unternehmensseite aktiv. Schwerpunkte meiner Arbeit liegen in den Bereichen Projektmanagement, Business Development, Amazon SEO, Conversion Optimierung sowie Shopmanagement und -betrieb.

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